Seifen herstellen kann jeder!

Ein Grundrezept für Naturseife: 

700 ml Sonnenblumenöl

400 ml Olivenöl 

500 ml Kokosöl

480 ml Kellerbier

230 gr Kaustische Soda (NaOH)

 

Nach belieben 40 ml Ätherisches Öl hinzufügen und Minerale oder Erden. Meine Favoriten sind Melisse Indikum, Zitrone, Lorberblätter, Olibanum, Zedernholz, Elemi, Rosmarin, Blutorange, Tonkabohne und Kombinationen aus Zedernholz&Rosmarin, Thymian&Blutorange.

 



Wie wird Seife hergestellt?

Ich fertige meine Seifen im traditionellen Kaltverfahren aus pflanzlichen Ölen und Fetten, mit einer Überfettung von etwa 5 %, damit sie rückfettend und schön samtig sind. Alle Seifen sind aus eigener Herstellung und etwa vier bis sechs Wochen lang ausgereift.

 

Herstellung

Die Öle und Fette werden mit einer Lauge vermischt, und nach und nach setzt der Verseifungsprozess ein. Durch Überfettung, also Zugabe von Extra-Fett oder Reduzierung des Laugeanteils, erhält man mildere und hautpflegendere, weil rückfettende Seifen.

 

Sobald der sog. Seifenleim eine puddingartige Konsistenz angenommen hat, kann er gefärbt und beduftet werden, bevor er in die Formen gegossen wird. Die Masse muss dann einige Tage aushärten, bis sie mittelweicher Butter ähnelt und in Stücke geschnitten werden kann.

 

Danach müssen diese aushärten und reifen, circa sechs bis acht Wochen. Während dieser Zeit werden die Seifenstücke regelmäßig gewendet, damit sie gleichmäßig trocknen.

 

In der Endbearbeitung schließlich werden die Seifen gewaschen, ggf. entgratet, gewogen, etikettiert und verpackt.

 

Hinweise für die Verwendung einer Naturseife:

 

Beim Verseifen entsteht der natürliche Feuchtigkeitsspender Glycerin, der bei diesen Naturseifen nicht entfernt wird. Aufgrund der etwas weicheren Konsistenz sollte das jeweilige Seifenstück daher nach Gebrauch gut trocknen und nicht im Wasser liegen bleiben.

 

Bitte kühl, dunkel und trocken lagern. Mindestens 18 Monate lang haltbar, bei entsprechender Lagerung auch deutlich länger. Ich habe z.B. immer noch meine erste Seife von vor fünf Jahren.

 


Ingredienzien - Fette und Buttern

Die von mir verwendeten Öle und Buttern haben Lebensmittelqualität oder sind entsprechend für die kosmetische Anwendung zugelassen.

 

Der Begriff "fette Öle" wird übrigens als Abgrenzung zu anderen Ölen verwendet, z.B. den ätherischen Ölen.

 

  

Olivenöl ist seit langem für seine hautpflegenden Eigenschaften bekannt. Es ist besonders mild und für alle Hauttypen geeignet.

 

Reiskleieöl wird in Japan traditionell zur Schönheitspflege verwendet und ergibt eine mild pflegende Seife.

 

Kokosöl verleiht Seifen Festikeit und sorgt für üppigen Schaum.

 

Rizinusöl unterstützt die schaumbildenden Öle und ist äußerst hautpflegend.

 

Shea-Butter, auch Karité-Butter genannt, gehört zu den wichtigsten Rohstoffen in der Naturkosmetik. Sie ist sehr nährend, hautfreundlich und gut verträglich.

 

Kakaobutter als rückfettender Zusatz pflegt die Haut, macht sie zart und geschmeidig.

 

Lanolin, das Wollfett der Schafe, macht die Haut geschmeidig und verleiht der Seife eine besonders schöne Textur.

 

 

Palmölfrei ! Ich verwende kein Palmöl, da für den Anbau von Ölpalmen und die ständige Schaffung neuer Ölplantagen massiv Regenwald gerodet wird. Dieser Rohstoff bewirkt eine besonders schöne Produkt-Konsistenz und wird daher besonders von der Lebensmittelindustrie eingesetzt, ist aber auch als Zutat in den allermeisten Seifen zu finden. Ich möchte dies nicht unterstützen und verwende deshalb kein Palmöl.

 

! Das Gesagte gilt leider in gleichem Maße für Palmöl in Bio-Qualität. Es stellt also nicht wirklich eine Alterative dar !


Naturreine Ätherische Öle

Zum Beduften nehme ich ausschließlich 100% naturreine ätherische Öle wie Ylang-Ylang, Pachouli, Melisse, Lavendel oder Rosmarin.

 

Für besonders Sensible stehen auch gänzlich unbeduftete Seifen zur Verfügung. Dazu gehören z. B. eine reine Olivenölseife oder eine Seife mit Schafmilch.

 

Über die Verwendung ätherischer Öle vs Parfümöle gibt es viele Pro und Contras, und ich möchte hier nicht per se gegen die Parfümöle Stellung beziehen. Es gibt dort sehr schöne Düfte, die man entweder ätherisch gar nicht erzeugen kann (wie z.B. ein pudriger oder ein Herrenduft, auch Maiglöcken ist immer synthetisch) oder sie stellen eine preisgünstige Alternative zu den kostspieligen ätherischen Ölen wie Rose oder Sandelholz dar.

 

Persönlich bevorzuge ich aber ätherische Öle und verwende diese ausschließlich. 

 

Exkurs: Auf dem Naturkosmetik-Forum bin ich auf einen sehr interessanten Artikel über ätherische Öle gestoßen.

Dort werden zunächst grundsätzliche Dinge über ätherische Öle m.E. umfassend dargestellt.

 

Weiterhin wird auf die deklarationspflichtigen Allergene - derzeit 26 an der Zahl - eingegangen, die sowohl in ätherischen Ölen als auch in Seifen-Parfümölen enthalten sind und dementsprechend auf dem Etikett genannt werden müssen. Freilich gibt es auch ätherische wie Parfumöle gänzlich ohne Allergene, aber die meisten enthalten mehr oder weniger dieser deklarationspflichtigen Allergene.

 

Was ich an dem Artikel interessant fand, war der Hinweis auf das Zusammenspiel der Allergene und deren Einbettung im gesamten Vielstoffgemisch. Es gebe dort "... Begleitstoffe, die in natürlichen Ölen oft puffernde Effekte haben", also daß "bei naturreinen ätherischen Ölen ... die Synergie aller Bestandteile die Gefahr der Hautreizung abzuschwächen" scheint.

 

Es zeigt sich also mal wieder, daß "das Ganze verschieden von der Summe seiner Teile" ist, wie die Gestaltpsychologen bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts formulierten, und dies bestärkt mich in meiner Haltung pro ätherischer Öle.

 

Aber wie gesagt, Parfumöle lehne ich nicht grundsätzlich ab. Letztendlich muß dies jede/r Seifensieder/in bzw. Nutzer/in selbst für sich entscheiden.

 

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

 


Farben und Pigmente

Zum Färben verwende ich möglichst viele natürliche Farben, jedoch sind hier (leider) Grenzen gesetzt. Entweder, das Pflanzenpulver reagiert mit der Lauge und wird braun, oder bleicht mit der Zeit von selbst aus wie z.B. Spinatpulver. Ich habe so einiges ausprobiert und viel herumexperimentiert.

 

 

Als natürliche Farben verwende ich Buchenholzkohle, Annattosamenpulver (welches auch in der Lebensmittelindustrie z.B. bei der Gelbfärbung von Käse verwendet wird) sowie kosmetische Tonerden aus Frankreich, Australien und Russland (Sibirien).

Diese werden u.a. für Hautmasken verwendet. Je nach Farbe sind sie eher für die feine, sensible Haut geeignet oder können bei junger, fettiger Teenie-Haut eingesetzt werden. Weiterhin finden diese ihre Anwendung in der Behandlung diverser Hautprobleme und werden dabei z.B. großflächig auf dem Rücken aufgetragen.

 

Tonerden liefern wertvolle Mineralien, wirken sehr entgiftend und werden teilweise auch innerlich eingenommen. Als Fastenunterstützung eignet sich die grüne Tonerde besonders gut, denn sie hilft dem Körper beim Entgiftungsprozeß und unterstützt ihn gleichzeitig mit wichtigen Mineralien. Ob die Entgiftung allerdings auch wirkt, wenn man sich mit einer mit Tonerde gefärbten Seife die Hände wäscht, wie so oft behauptet wird, wage ich doch zu bezweifeln. In erster Linie liefern die Tonerden schöne, warme Naturfarben.

 

Nicht zuletzt steht im Künstlerbereich eine enorme Auswahl an farbgebenden Erden zur Verfügung. Dort ist die Auswahl noch viel größer. Leider sind diese jedoch in der Regel nicht für eine kosmetische Anwendung zugelassen und können daher nicht zur Seifenherstellung genutzt werden.

 

Hinweis: Manchmal werden "buntere" Tonerden angeboten, als sie natürlicherweise vorkommen. In dem Fall wurde jedoch meist Kaolin (weiße Tonerde) mit Pigmenten vermischt.

 

Sog. "violette Tonerde" gibt es nicht, diese ist mit dem mineralischen Pigment Manganviolett (CI Nr. 77742) versetzt. Auch die immer häufiger angebotene blaue Tonerde ist meistens mit Ultramarin (CI Nr. 77007) angereichert. Ich persönlich empfinde das als "fake" und: sagen tut einem das auch erst einer, nachdem man etwas gekauft hat (wohlgemerkt als "natürliche Erde"). Zudem wird online häufig nicht darauf hingewiesen, sondern allenfalls auf der Verpackung.

 

Es gibt echte blaue Tonerden (aus Russland, Australien oder den etwas bekannteren sibirischen Cambrian Blue Clay), aber in der Regel färben diese (leider) ein helles grau, allenfalls mit einem Hauch von blau-grau. 

 

 

Da der Farbgebung mit natürlichen Farben bedauerlicherweise Grenzen gesetzt sind, setze ich weiterhin mineralische Pigmente zum Färben ein, die auch in der Naturkosmetik verwendet werden. Dazu zählen u.a. die Ultramarine, die Eisenodixe oder Chromoxid- und Chromoxidhydratgrün.

 

Kosmetische Pigmente oder sog. Azo-Pigmente - deren Einsatz in der Naturkosmetik ausdrücklich nicht gestattet ist - nehme ich gar nicht (mehr), wenngleich deren farbliche Brillianz zugegebenermaßen sehr schön ist. Für meinen Geschmack aber halten auch die mineralischen Pigmente ein schönes Farbspektrum bereit. 


Manske GmbHwww.manske-shop.com

Großes Sortiment und attraktive Preise, vor allem bei Abnahme größerer Mengen.

Viele schöne Produkte. Bieten auch eine große Auswahl an Seifenformen und –stempeln an.


Ein einfaches Seifenrezept


Verseifungstabelle

 

Untenstehende Verseifungstabelle hilft bei der Berechnung der für häufig zur Seifenherstellung verwendeten Öle benötigten Menge an Lauge.

Wie wird die Verseifungstabelle benutzt?

In der Chemie bestimmt die sogenannten Verseifungszahl, oft als VZ abgekürzt, die zur vollständigen Verseifung eines Gramm des jeweilgen Öls erforderliche Menge Kaliumhydroxid (KOH) in Milligramm. Bei den in der Verseifungstabelle angegebenen Werten handelt es sich NICHT um die Verseifungszahlen gemäß offizieller Definition, sondern zum einfacheren Gebrauch um eine Umrechnung in Gramm NaOH bzw. KOH. Kaliumhydroxid wird für die Verwendung von Schmierseife, Natriumhydroxid für normale Seifen verwendet. Für spezielle Seifen wie Rasierseifen werden teilweise beide gemeinsam verwendet, hier ist aber genaues Rechnen angesagt.

Die gewünschte Menge des jeweiligen Öls (in Gramm) wird mit dem in der Verseifungstabelle angegebenen Wert multipliziert. Das Ergebnis gibt an, wieviel Gramm(!) NaOH bzw. KOH erforderlich sind, um das Öl vollständig zu verseifen. Um die Hautverträglichkeit zu verbessern und um die Seife milder zu machen, wird handgemachte Seife normalerweise 3 bis 8 Prozent überfettet.

Beispiel für eine Berechnung

100 Gramm Olivenöl * 0.1345 = 13,45 Gramm NaOH für 0 Prozent Überfettung. Um eine 5% überfettete Seife herzustellen, werden 5% weniger Natriumhydroxid verwendet. Also 100 g * (0,135 * 0,95) = 12,825 g NaOH. 

Bitte beachten

Da die Fettsäurezusammensetzung von Pflanzenölen Schwankungen unterliegt, sind die in der Verseifungstabelle angegebenen Werte nicht zwangsläufig immer korrekt. Es handelt sich um übliche Werte für die jeweiligen Fette und Öle. Die Werte wurden aus verschiedenen Quellen zusammengetragen, und kommen erfahrungsgemäß ziemlich gut hin. Trotzdem wird jegliche Haftung ausgeschlossen, sowohl was das Gelingen der Seife betrifft als auch bei ggf. auftretenden Hautirritationen durch unvollständige Verseifung.

Die Iodzahl

Eine andere wichtige Kennzahl für die Seifenherstellung ist die Iodzahl. Je mehr ungesättigte Fettsäuren ein Öl enthält, umso höher ist dessen Iodzahl. Nach ihr werden Öle als leichte, mittelschwere und schwere Öle klassifiziert. Bei einer Iodzahl von unter hundert, spricht man schweren, fetten Ölen. Diese machen die Seife eher härter. Je höher die Iodzahl ist, desto "trockener" ist ein Öl. Gleichzeitig kann man aus der Iodzahl die Haltbarkeit des Öls ableiten. Je höher diese ist, umso empfindlicher reagiert das Öl mit Sauerstoff und umso geringer die Haltbarkeit.

Folgende Unterteilung wird häufig genannt:

Fette Öle: Iodzahl < 100

Mittelschwere Öle: Iozahl 100 bis 120

Leichte Öle: Iodzahl über 120


Seifenformen selber machen

Eigene Seifenformen selber zu bauen macht Spaß. Das Prinzip ist ganz einfach. Wenn man es einmal durchschaut hat, lassen sich die verschiedensten Größen selber bauen, indem man die Form soz. um das gewünschte Seifenmaß drum herum baut. Materialkosten pro Form ca. 10 €.